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Mein Lebensweg

Mein Lebensweg

Kindheit, Schulzeit und Ausbildung

Ich wurde in Mühlhausen geboren in einer politischen sehr bewegten Zeit. Nur vier Wochen später begann man in Berlin mit dem Bau der Mauer. Die hat dann nicht nur mein Leben, sondern das von Millionen Menschen in der DDR geprägt. Mitte der 60er Jahre zog meine Familie in den Süden Thüringens nach Schwarza, einem Dorf in der Nähe von Meiningen. Wir waren sechs Geschwister und jeder kann sich vorstellen, dass das ein ziemlich munteres Familienleben ergibt. Die Schule fiel mir zum Glück nicht besonders schwer und so reifte irgendwann der Traum Arzt zu werden.

Um diesen Traum in die Tat umzusetzen, brauchte ich jedoch Abitur. Also begann ich eine Ausbildung zum Mechaniker mit Abitur in Zella-Mehlis, wohin ich jeden Morgen mit dem Bus und gelegentlich auch meinem „S50“ fuhr. Die Arbeit gefiel mir recht gut, da ich handwerklich geschickt war und Spaß dabei hatte. So manches, was ich damals lernte, ist auch heute noch ganz nützlich.

Doch wie so oft im Leben lief es anders als geplant. Ich bekam nach dem Abitur keine Zulassung zum Medizinstudium. So entschied ich mich, erst einmal im Krankenhaus als Pfleger zu arbeiten. Diese Zeit, die durch den Wehrdienst noch einmal unterbrochen wurde, war sehr prägend für mein weiteres Leben. Hier habe ich sehr viel über Menschen gelernt und mir, soweit es möglich war, Zeit genommen für ihre Schicksale und Geschichten.

Aber auch nach meiner Arbeit als Krankenpfleger blieb mir das begehrte Studium verwehrt. Ich hatte mich in der Friedensbewegung engagiert und gegen sowjetische Atomraketen in der DDR protestiert. Das war damals Grund genug mir dieses Studium zu verweigern. Damit war klar, dass mein Berufswunsch nicht mehr in Erfüllung gehen würde, weshalb nun ein Plan B hermusste.

Studium

Am Ende entschied ich mich Theologie zu studieren. In der kirchlichen Arbeit gab es mehr Freiräume als sonst in der DDR. Die wollte ich nutzen. So begann ich wie alle, die diesen Weg gewählt haben, Latein, Griechisch und Hebräisch zu pauken. Interessiert hat mich aber vor allem das Studium von Geschichte und Philosophie. Rostock und Jena waren die Stationen meines Studiums. Es war, wie gesagt, nicht mein Traumstudium aber ich habe hier vieles gelernt, das mir für meine spätere politische Arbeit nützlich war.

Die Zeit des Aufbruchs im Herbst 1989 war auch der Beginn meiner politischen Tätigkeit. In Jena habe ich die ersten Demonstrationen mit organisiert und am Aufbau einer Sozialdemokratischen Partei in der DDR mitgearbeitet.

Politische Laufbahn

Durch mein politisches Engagement kam ich schnell an den Runden Tisch in Berlin an dem die ersten freien Wahlen in der DDR ausgehandelt wurden. Ich war Mitglied im Vorstand der ostdeutschen SPD und nach ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl wurde ich Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Nach einigen Jahren übernahm ich dort den Vorsitz des Umweltausschusses und wurde schließlich 2002 Staatssekretär im Bundesforschungsministerium. Schon Ende 1999 war ich zum Vorsitzenden der Thüringer SPD gewählt worden und trat bei der nächsten Landtagswahl im Jahr 2004 als Spitzenkandidat an. Die SPD schaffte es damals nicht in die Regierung. Trotzdem gab ich mein Amt als Staatsekretär in der Bundesregierung auf und wechselte in die Opposition im Landtag. Das war alles andere als eine leichte Entscheidung. Für mich war aber klar. Ich stelle mich der Niederlage und werde es ein zweites Mal versuchen.

Die Fraktion wählte mich zu ihrem Vorsitzenden und diese Aufgabe füllte ich in den folgenden fünf Jahren aus. Im Jahr 2009 trat ich das zweite Mal als Spitzenkandidat an und diesmal erreichte die SPD ein besseres Ergebnis und übernahm in einer Koalition mit der CDU Regierungsverantwortung. Als stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur war mir besonders daran gelegen, dass alle Kinder und Jugendlichen in Thüringen die bestmöglichen Bildungschancen bekommen. Die Kindergarten- und die Schulreformen gaben wichtige Impulse für mehr Chancengleichheit und bessere Bildung aber es gab auch hier Rückschläge. Durch die Folgen der Finanzkrise war es nicht möglich in größerer Zahl neue Lehrer einzustellen, die unsere Schulen dringend gebraucht hätten.

Nach der letzten Landtagswahl 2014 gab ich mein Amt als Vorsitzender der SPD auf und habe seitdem auch kein Regierungsamt mehr.
In diesem Jahr kandidiere ich, wie sich herumgesprochen hat, für den Bundestag und da stellt sich natürlich die Frage 'warum'.
Ich tue das, weil ich glaube, dass die Bundespolitik in den kommenden Jahren ganz besonders gefordert ist. Die große Zahl der Flüchtlinge, der Austritt der Briten aus der EU, die Wahl von Donald Trump in den USA, die Kriege im nahen und mittleren Osten, die Spannungen mit Russland: das alles verdichtet sich zu einer ungeheuren politischen Herausforderung für unser Land und für Europa. Hier möchte ich nicht am Spielfeldrand stehen, sondern mit meiner Erfahrung aus mehr als einem Vierteljahrhundert Politik einen Beitrag zur Lösung dieser Aufgaben leisten.